Aus dem Sanella-Album Australien Neuseeland

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Seite 60

Inzwischen haben die anderen im Wasser ein seltsames Gestell aufgebaut. Es sieht aus wie eine Hürde beim Springderby. Der Querbalken ragt etwa 30 Zentimeter aus dem Wasser heraus. Und jetzt geht's anscheinend los! Zwei Boote stoßen vom Ufer ab und nähern sich-immer schneller durchs Wasser gleitend - der Hürde. In dem einen Kanu hocken zwei Männer, wild paddelnd, in dem anderen zwei Maori= Mädchen, die sich alle Mühe geben, nicht zurückzubleiben. Fast zur gleichen Zeit erreichen die Boote das Hindernis. "Ha, ha!" lacht Klaus. "Jetzt gehn sie baden!" Donnerwetter - die können es aber! Als die Spitze des ersten Bootes fast den Querbalken berührt, wirft sich der vorn sitzende Maori blitzschnell nach hinten. Der Bug des Kanus hebt sich hoch aus dem Wasser, und leicht und schnell gleitet das Boot über das Lattengerüst. Aber auch die Maori=Mädchen kommen glatt über die Hürde. Ihr Boot schaukelt nur ein bißchen, als es auf der anderen Seite wieder klatschend ins Wasser rutscht.

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Die Maoris am Ufer jubeln begeistert. Immer neue Boote starten zur Wettfahrt. Nur eines ist bisher gekentert. "Das kann eigentlich gar nicht so schwer sein", sage ich. "Es kommt nur darauf an, schnell zu paddeln, kurz vor der Hürde aufzuhören und den Schwerpunkt möglichst nach unten und hinten zu verlagern. Klaus, hast du Lust? Wollen wir denen mal zeigen, daß wir auf dem Roper paddeln gelernt haben?" Natürlich ist Klaus Feuer und Flamme. Die Maoris lachen und klatschen in die Hände, als wir in einen der leichten Einbäume einsteigen. O je, die Dinger schwanken aber verflixt - damit kann man ja schon kentern, bevor es richtig losgegangen ist! Immerhin, wir kommen in Fahrt - immer schneller sausen wir durchs Wasser und auf den Querbalken zu. Da - jetzt müssen wir ihn berühren! Klaus, der vorn sitzt, wirft sich zurück, wie er es von den Maoris gesehen hat. Der Bug ragt hoch und - wir haben es geschafft! Dachte ich. Aber es kommt nicht nur darauf an, auf den Balken hinaufzukommen, man muß auch wieder elegant herunterkommen.

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Wir kamen auch herunter, aber nicht elegant, sondern kopfüber ... Als Klaus 'Kopf aus dem Wasser auftaucht, meint er: "Das liegt nur daran, daß wir..." Weiter kommt er nicht, denn er muß erst einmal eine ganze Menge Wasser spucken. Nicht nur uns, auch den Maoris scheint beim Anblick unserer klitschnassen Kleidung etwas kühl geworden zu sein, denn sie beginnen mit Ringkämpfen. Dabei geht es allerdings sehr viel ruhiger zu, als bei den Freistilkämpfen, die wir uns vor ein paar Wochen in Sydney ansahen, wo der erste, der aus dem Ring flog, der Schiedsrichter war. - Dafür wird hier aber sauber und sehr sportlich gekämpft. Wer zuerst vom Gegner zu Boden geworfen wird, hat verloren. Freddy grinst. "Na, Jim - wie wär's denn? Willst du nicht mal eine Runde mit dem da ringen?" Er deutet auf einen baumlangen Maori, der kurz hintereinander zwei Ringer in den Sand legte. "Vielleicht ist es besser, wenn wir erst einmal trockenes Zeug anziehen ...", antworte ich vorsichtig und stehe eilig auf.

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